Beitragsseiten

 

 

Spielbericht zum Spieltag

Der SKC entführt die Punkte in einem denkwürdigen Derby

 

Ein hochklassiges, spannendes und dramatisches Spitzenspiel in der 1. Bundesliga sahen die Zuschauer am Samstag Nachmittag in den Frankenstuben, als sich der TSV Breitengüßbach und der SKC Staffelstein im Oberfrankenderby duellierten. Nachdem fast alle Duelle auf Augenhöhe stattfanden, ist es am Ende der SKCler Marcus Gerdau, der mit einer 194er Schlussbahn und 680 Gesamtkegeln zum überglücklichen Matchwinner für die Badstädter avanciert. Diese setzen sich letztendlich über das höhere Mannschaftsergebnis von 3855:3782 Kegeln mit 5:3 MP durch und bleiben somit den Zerbster Tabellenführer dicht auf den Fersen.

 

„Wenn mir hier heute 60 Wurf vor Ende jemand das Unentschieden angeboten hätte, dann hätte ich es dankbar angenommen und unterschrieben, denn das Spiel war bis zur Schlussbahn auf hohem Niveau ausgeglichen und hätte daher sicher eine Punkteteilung verdient gehabt. Dass unsere taktische Ausrichtung zum Schluss mit Mathias und vor allem Marcus dann doch noch so aufgeht ist natürlich super für uns und bringt uns am Ende doch noch diesen wichtigen und glücklichen Sieg!“ so resümierte der zufriedene Gästekapitän Torsten Reiser treffend den Ausgang der Partie nach einem dramatischen Endspurt seiner Schlussleute in Güßbach.

 

Bereits zu Beginn war abzusehen, dass die zahlreichen Zuschauer ein Spitzenspiel zu sehen bekommen sollten, was dem Namen auch alle Ehre macht. Auf Seiten des TSV begannen gewohnt Manuel Bachmaier und Mario Nüßlein, während der SKC mit dem ehemaligen Güßbacher Julian Heß und Ex-Nationalspieler Torsten Reiser offensiv dagegen setzte. Den besseren Start erwischten die Hausherren, die sich mit 173:156 und 165:148 sofort in beeindruckender Manier die Auftaktsätze holten. Während Bachmaier mit weiteren 146:145 denkbar knapp die 2:0 SP-Führung absicherte, musste Nüßlein nun bei 162:170 den Ausgleich hinnehmen. Auf der dritten Bahn waren es dann wiederum die Gäste, die die Duelle wieder völlig offen gestalteten und mit 171:145 bzw. 163:152 einen Zwischenspurt einlegten. Die Entscheidung beider MP musste somit im letzten Durchgang erfolgen, in dem Nüßlein nun leider etwas den Faden verlor und so keinerlei Druck mehr auf Reiser aufbauen konnte, der sich daher am Ende mit 638:618 Kegeln doch noch klar mit 3:1 SP durch setzte. Wichtig, dass Bachmaier in dieser Phase die Nerven bewahrte, sein bis dato sehr gutes Spiel weiter durchzog und sich dadurch mit 165:157 den entscheidenden dritten SP zum Duellerfolg über Heß sicherte. Beide Akteure zeigten dabei mit 629 Kegeln eine tolle Partie.

 

Im Mittelabschnitt setzte man im TSV Lager ebenfalls auf das bewährte Duo mit Christian Jelitte und Tobias Stark und wollte gegen Alexander Stephan und Radek Hejhal wieder entsprechenden Boden für die Hausherren gut machen. Jelitte erwischte jedoch keinen guten Start und lief bei 146:155 sofort einem Rückstand hinterher, welchen er jedoch mit wichtigen 166:159 sofort ausgleichen konnte. Durch eine erneut ungewöhnliche Schwächephase (140) geriet Jelitte nun gegen Stephan (153) weiter gehörig unter Druck und musste nun auf der Schlussbahn noch einmal alles in die Waagschale werfen. Mit sehenswerten 176:134 gelang ihm dies auch in beeindruckender Manier und so setzte er sich mit guten 628:601 Kegeln bei Satzgleichstand doch noch durch. Ein weltklasse Duell sahen die Zuschauer derweil zu Beginn zwischen Stark und Hejhal. Wie zuletzt gegen Zerbst begann der TSV Kapitän fulminant und holte sich mit 174:172 den ersten Satz gegen den Tschechen. Auch im zweiten Abschnitt ein ähnliches Bild, zwar hatte Stark auf dem vorletzten Wurf etwas Pech, konnte sich aber mit dem letzten Wurf bei Gleichstand von 165 Kegeln dennoch einen halben SP sichern. Auch im dritten Satz versuchte der Routiniert der Gäste noch einmal das Duell offen zu gestalten, doch der TSVler hatte immer die richtige Antwort parat und sicherte sich mit 159:150 vorzeitig den Duellerfolg. Leider verlor er dann im letzten Abräumen etwas den Faden, was Hejhal sofort ausnutzte, um zumindest die Gesamtkegel auf Seiten des SKC zu ziehen, was ihm im Duell der bis dato Tagesbesten mit 648:639 auch noch gelang.

 

Mit einer 3:1 Führung nach MP, aber zwei Kegeln Rückstand in der Gesamtwertung betraten nun Zoltan Hergeth und Christian Rennert die Anlage in den Frankenstuben und hatten mit ihren Gegenspielern Marcus Gerdau und Mathias Dirnberger zwei richtige Brocken vor der Brust! Doch der bessere Beginn gehörte erneut den Gastgebern. Wie entfesselt spielte Hergeth phantastische 181 Kegel auf die Startbahn und schockte Gerdau (157) zum Auftakt und auch Rennert erwischte mit 162:160 einen guten Start gegen Dirnberger. Zweiter Durchgang, umgekehrte Verhältnisse, denn nun war Gerdau mit 169:150 der klare Gewinner gegen Hergeth. Im anderen Duell war es nun Dirnberger, der sich mit einem „Kunstwurf“ auf den letzten Zügen mit 161:160 denkbar knapp den SP gegen Rennert wegschnappte. Im nun so immens wichtigen dritten Satz zeigte Dirnberger seine ganze Klasse, sagenhafte 185 Kegeln ließen Rennert (146) nur die Zuschauerrolle und auch der Duellerfolg war hier in weite Ferne gerückt. Auf den Nebenbahnen duellierten sich Hergeth und Gerdau weiter auf höchstem Niveau, doch nun kam zur ohnehin schon spielerischen Spannung auch noch Dramatik hinzu, denn Hergeth verletzte sich beim 85. Wurf so sehr, dass er sein bis dato tolles Spiel nicht mehr weiterführen konnte. Nachdem Gerdau mit 160 Kegeln seinen Satz beendet hatte, betrat nun Albert Kirizsan die Bahn und spielte zunächst den einzelnen verbliebenen Kegel. Mit einer Schlusserie von 8-1, einem 9er und der abschließenden „6“ brachte er mit 161 Kegeln tatsächlich auch noch den wichtigen SP für den TSV nach Hause und führte nun folglich mit 2:1 SP gegen Gerdau! Alles wieder offen für den TSV, ein Heimsieg immer noch möglich, ein Unentschieden aber wohl zu diesem Zeitpunkt eher realistisch. Das Duell Rennert gegen Dirnberger lies sich der SKCler nicht mehr nehmen, am Ende standen sehr gute 659:610 zu Buche, was wichtige Zähler auf das Gesamtkonto der Gäste brachte. Alle Blicke somit auf das Duell Kirizsan gegen Gerdau und obwohl der eingewechselte TSVler mit 94 Kegeln ins Volle keineswegs enttäuschte, setzte sich der ehemalige Nationalspieler im SKC Dress mit tollen 107 Kegeln bereits entscheidend ab. Was danach folgte war dann einfach nur Spitzenklasse, denn mit 87 Abräumern brachte Gerdau seinen Totalisator in dieser Phase der Begegnung auf sensationelle 194 Kegel und schraubte seinen Partiebestwert auf beeindruckende 680 Kegel. Da konnte Kirizsan trotz abschließender 166 und einem Gesamt von ebenfalls bärenstarken 658 Kegeln dem Gästeakteuer nur zu seiner Galavorstellung und dem damit verbundenen knappen, glücklichen, aber nach diesem Schlussspurt auch verdienten Auswärtserfolg in den Frankenstuben gratulieren…




Spielstatistik:

 

TSV Breitengüßbach SKC Staffelstein SP Kegel MP

 

Manuel Bachmaier Julian Heß 3 : 1 629 : 629 1 : 0

Mario Nüßlein Torsten Reiser 1 : 3 618 : 638 1 : 1

Christian Jelitte Alexander Stephan 2 : 2 628 : 601 2 : 1

Tobias Stark Radek Hejhal 2,5 : 1,5 639 : 648 3 : 1

  1. Hergeth / A. Kirizsan Marcus Gerdau 2 : 2 658 : 680 3 : 2

Christian Rennert Mathias Dirnberger 1 : 3 610 : 659 3 : 3


GESAMT:          11,5 : 12,5      3782 : 3855 3 : 5 

   
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen